Führerscheinklassen im Überblick: Welche Klasse für welches Fahrzeug?

Vom Moped bis zum Sattelzug: In Deutschland gibt es 16 verschiedene Führerscheinklassen, die genau festlegen, welche Fahrzeuge Sie fahren dürfen. Diese Übersicht zeigt alle Klassen auf einen Blick – mit Links zu ausführlichen Beiträgen zu jeder einzelnen Klasse.

Zusammenfassung

  • 🏍️ 16 Klassen decken alles ab, vom Moped (AM) bis zum Sattelzug (CE)
  • 📅 Das Mindestalter reicht von 15 Jahren (AM) bis 24 Jahren (Klasse A oder D im Direkteinstieg)
  • 🔗 Höhere Klassen schließen oft automatisch kleinere Klassen mit ein
  • 🆔 Alte Papier- und Kartenführerscheine müssen bis 2033 gestaffelt umgetauscht werden

Alle Führerscheinklassen im Überblick

KlasseKurz gesagtMindestalter
AMMofa, Roller und Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h15 Jahre
A1Leichte Motorräder bis 125 ccm16 Jahre
A2Motorräder bis 35 kW Leistung18 Jahre
AAlle Motorräder ohne Leistungsbegrenzung24 Jahre (20 Jahre ab A2)
BPkw bis 3.500 kg, Standard-Führerschein18 Jahre (17 mit BF17)
BEPkw mit Anhänger über 750 kg18 Jahre
C1Leichte Lkw bis 7,5 Tonnen18 Jahre
C1ELeichte Lkw mit Anhänger, Kombination bis 12 Tonnen18 Jahre
CSchwere Lkw über 7,5 Tonnen21 Jahre (18 mit BKF-Qualifikation)
CELkw mit Anhänger, Sattelzug21 Jahre (18 mit BKF-Qualifikation)
D1Kleinbusse bis 16 Fahrgäste21 Jahre
D1EKleinbus mit Anhänger21 Jahre
DBusse für mehr als 8 Fahrgäste24 Jahre (21 mit BKF-Qualifikation)
DEBus mit Anhänger24 Jahre (21 mit BKF-Qualifikation)
LLandwirtschaftliche Zugmaschinen bis 40 km/h16 Jahre
TLandwirtschaftliche Zugmaschinen bis 60 km/h16 Jahre

Wie die Klassen zusammenhängen

Viele Führerscheinklassen bauen aufeinander auf: Wer die Klasse B besitzt, darf automatisch auch Fahrzeuge der Klasse AM fahren. Die Klasse A schließt die kleineren Motorradklassen A1 und A2 ein, und wer einen Lkw-Führerschein der Klasse CE hat, darf auch mit den Klassen C, C1E und BE fahren. Diese „Einschluss-Logik“ lohnt sich zu kennen, bevor Sie eine bestimmte Klasse neu beantragen – manchmal ist die gewünschte Berechtigung bereits in einer vorhandenen Klasse enthalten. Details zu den jeweils eingeschlossenen Klassen finden Sie im verlinkten Beitrag zu jeder einzelnen Klasse oben in der Tabelle.

Ersterteilung: Ablauf und Kosten

Egal welche Klasse: Der Weg zum Führerschein führt über eine zugelassene Fahrschule. Dort melden Sie sich an, absolvieren Theorie- und Praxisunterricht und legen am Ende die theoretische sowie die praktische Prüfung bei der zuständigen technischen Prüforganisation (z.B. TÜV oder DEKRA) ab. Je nach Klasse verlangt die Fahrerlaubnisbehörde zudem einen Sehtest, einen Erste-Hilfe-Kurs und gegebenenfalls ein Passfoto sowie einen Auszug aus dem Fahreignungsregister. Die Gesamtkosten variieren stark je nach Fahrschule, Region und Anzahl benötigter Fahrstunden – ein grober Vergleich mehrerer Fahrschulen vor Ort lohnt sich in jedem Fall.

Wer bereits einen alten Papier- oder Kartenführerschein besitzt, muss diesen unabhängig von der Klasse bis zu einem gestaffelten Termin in den neuen EU-Kartenführerschein umtauschen – mehr dazu in unserem Beitrag zum EU-Führerschein-Pflichtumtausch.

Häufige Fragen

Welche Führerscheinklasse brauche ich für einen normalen Pkw?

Die Klasse B. Sie deckt Kraftfahrzeuge bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse mit maximal 8 Sitzplätzen außer dem Fahrersitz ab und ist die mit Abstand am häufigsten erworbene Klasse.

Muss ich für jede Klasse eine eigene Prüfung ablegen?

In der Regel ja, sofern die Klasse nicht bereits automatisch in einer vorhandenen Klasse enthalten ist. Eine Ausnahme ist etwa die Erweiterung von A2 auf A nach zwei Jahren Besitz, die ohne neue praktische Prüfung möglich ist.

Wo beantrage ich eine neue Führerscheinklasse?

Die Fahrschule meldet Sie in der Regel bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde Ihres Wohnorts an, die den Führerschein nach bestandener Prüfung ausstellt.